Hallux valgus

Der Schuh ist zu eng, der "Ballen" (Synonym für Hallux valgus) drückt und der Arzt wird aufgesucht. Im Volksmund ist der "Ballen" auch unter dem Namen "Frostbeule" bekannt. Es handelt sich um eine Achsenabweichung der Großzehe nach außen und das Köpfchen des ersten Mittelfußköpfchens stellt sich somit innen prominent dar. Letzteres wird als "Ballen" interpretiert.

Was sind nun die Ursachen eines solchen "Ballens"?
Zuerst muss leider der modische Schuh genannt werden, der einen hohen Absatz besitzt und vorne spitz zuläuft. Das Laufen auf hartem Boden mit dünnen Sohlen führt zu ungünstigen Druckentwicklungen im Vorfußbereich und trägt wie das Übergewicht zur Entwicklung des Ballens bei. Erbliche Faktoren wie eine Überlänge des ersten Mittelfußknochens oder Instabilitäten benachbarter Gelenke spielen eher eine untergeordnete Rolle.

Was kann man dagegen tun?
Auch bei dieser Erkrankung muss man zwischen konservativen und operativen Methoden unterscheiden. Die operativen Maßnahmen haben in den letzten Jahren einen großen Wandel erfahren. Man strebt bei jeder operativen Korrektur die Erhaltung des Großzehengrundgelenkes an.

Die konservativen Maßnahmen möchten wir nur kurz erwähnen. Es handelt sich um Orthesen, Redressionsverbände, Einlagen mit Vorfußweichbettung, Einlagen mit Mittelfußpelotten u.s.w. Einige dieser sind auch unmittelbar nach operativen rekonstruktiven Eingriffen sinnvoll. Eine wirkliche Behebung des Ballens ist mit den konservativen Maßnahmen nur selten möglich. Das Tragen von korrektem Schuhwerk ist die beste Prävention eines Hallux valgus.

Bei den operativen Methoden sind über 100 verschiedene Verfahren bekannt. Je nach Schwere der Fehlstellung wird ein Verfahren ausgesucht, das möglichst dauerhaft eine korrekte Stellung erreicht. Es werden reine Weichteilverfahren zur Zentrierung der Sehnen mit oder ohne Abtragung des Ballens von den knöchernen Eingriffen am 1. Mittelfußknochen unterschieden. Der Knochen wird in unterschiedlicher Höhe korrigiert oder die benachbarten Gelenke werden versteift, wenn der Gelenkverschleiß zu weit fortgeschritten ist oder das Gelenk zu instabil ist.

Ein Beispiel ist die sehr häufig durchgeführte Chevronosteotomie. Als erstes wird der innen hervorstehende Knochen entfernt.

Als zweites wird der erste Mittelfußknochen unter dem Köpfchen V-förmig durchtrennt und nach außen verschoben. Die Fixierung erfolgt dann mit einer Schraube. Der Vorfuß wird somit verschmälert und das Großzehengrundgelenk bleibt erhalten.

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Bevor jedoch das Messer angelegt werden soll, macht sich ein Gespräch mit dem Operateur, der genügend Erfahrung auf dem Gebiet der Fußchirurgie mitbringen sollte und die notwendigen Qualifizierung besitzt, erforderlich. Die meisten dieser Operationen sind unter ambulanten Bedingungen möglich und die Behandlung bleibt dann in einer Hand, genauso wie auch die Nachsorge.