Der körperferne Speichenbruch

Auf dem 9. Bundeskongress der niedergelassenen Chirurgen vom 02. bis 04. März 2007 in Nürnberg haben wir als Maveus Praxisklinik in einem Vortrag über unsere Erfahrungen bei der operativen Behandlung der körperfernen Speichenbrüche im Rahmen der handchirurgischen Veranstaltung berichtet. Auch beim jährlichen Treffen der orthopädischen Handchirurgen in Wengen (Schweiz) Ende März 2007 referierten wir über die so genannte distale Radiusfraktur.

Vor allem sind wir auf die Begleitverletzungen nach solchen Frakturen eingegangen, die oftmals als schicksalhaft angesehen werden. Auch diese Verletzungen lassen sich oft sehr gut operativ korrigieren. Als Beispiel sei die häufig vorkommende Ruptur der langen Daumenstrecksehne genannt, die sich durch eine motorische Ersatzoperation gut wiederherstellen lässt.

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Radiusfraktur (Speichenfraktur) vor und nach der Operation im Röntgenbild

Abstract: Distale Radiusfraktur, operative Versorgung und Begleitverletzungen

Dr. Peter Haensel (Maveus Praxisklinik)

In unserer heutigen Zeit werden die Frakturen des distalen Radius vermehrt operativ versorgt. Das ist zum einen den erhöhten Ansprüchen an unserem Handgelenk und zum anderen den neu entwickelten Implantaten zu verdanken.
Im Vortrag wird die individuelle Indikationsstellung zur Operation mit Hilfe der AO Klassifizierung aufgezeigt, wo auch alt bekannte Verfahren wie der Kirschnerdraht oder der Fixateur externe seine Berechtigung haben. Nicht alle Frakturen bedürfen einer winkelstabilen Versorgung, auch wenn es die Industrie so gerne sieht. Bisher gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass die winkelstabile Versorgung den anderen Verfahren überlegen ist, wobei die winkelstabile Platte schon eine wertvolle Bereicherung des Operationsrepertoire darstellt.

Auch die konservative Gipsbehandlung findet nach wie vor ihre Anwendung. Es wird versucht, Toleranzbereiche aufzuzeigen, die bei einer Frakturdislokation belassen werden können. In der Literatur legt man sich sehr unterschiedlich fest, oft nicht mit der klinischen Realität übereinstimmend bzw. realisierbar.
Auf wichtige Begleitverletzungen wie die interossären Bandverletzungen und die Verletzungen des Diskus wird hingewiesen. Es wird auf angeblich gelöste Probleme wie die postoperative Gipsruhigstellung, die Spongiosaplastik, die Metallentfernung, die Refixation des Processus styloideus ulnae und den dorsalen operativen Zugang kritisch eingegangen.

Mit der vermehrten operativen Versorgung treten auch vermehrt Komplikationen wie z.B. Rupturen der unterschiedlichsten Beuge- und Strecksehnen auf. Dies insbesondere auch nach palmaren winkelstabilen Plattenosteosynthesen entgegen den bisherigen Veröffentlichungen, die diesem Verfahren eine geringe Komplikationsrate nachsagen. Dass diese Komplikationen nicht schicksalhaft sind und man sie gut lösen kann, wird an einigen Beispielen aufgezeigt.

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